Der Dieselmotor

Rudolf Christian Karl Diesel, der Erfinder und Namensgeber des Dieselmotors, entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts einen neuartigen Verbrennungsmotor. Seine neue Technik, die Selbstzündung, ermöglicht noch heute einen weitaus besseren Leistungsgrad als bei anderen Motoren.

Funktionsweise des Dieselmotors?

Der Motor wird durch die Verbrennung von Dieselkraftstoff angetrieben und funktioniert nach dem Viertaktprinzip. Der Motor verrichtet seine Arbeit dementsprechend in vier aufeinanderfolgenden Schritten:

1. Takt: Zu Beginn des ersten Taktes wird in den Zylinder die Luft angesaugt. Das Eingangsventil ist offen und das Ausgangsventil geschlossen. Dann bewegt sich der Kolben abwärts und saugt so Luft in den Hohlraum des Zylinders an.

2. Takt: Nun schließt sich das Ausgangsventil und durch das Aufwärtssteigen des Kolbens wird die Luft verdichtet. Die Kompression erhitzt die Luft auf mehrere hundert Grad. Es entsteht ein hoher Druck im Brennraum.

3. Takt: Nun folgt das Einspritzen des Kraftstoffs über die Einspritzdüse. Dies führt zu der Verbrennung der Gemischbildung von Luft und Kraftstoff. Durch die Verbrennung wird der Kolben automatisch wieder nach unten gedrückt.

4.Takt: Im letzten Arbeitsschritt öffnet sich das Ausgangsventil wieder, damit die Abgase ausströmen. Anschließend bewegt sich der Zylinder nach oben, um die restlichen Gase herauszudrücken. Zuletzt wird das Auslassventil geschlossen.

Die Anfänge der Verbrennungskraftmaschine

Der neue Dieselmotor sollte die bisher vorwiegend genutzte Dampfmaschine ablösen. Denn diese war weniger effektiv als die Verbrennungskraftmaschine von Diesel. Nach den ersten gewerblichen Nutzungen des Dieselmotors wurde er im Jahr 1903 erstmals in ein Binnenschiff eingebaut. Schnell folgten mit Dieselmotoren ausgestattete Eisenbahnen. Erst viele Jahre später schaffte es der selbstzündende Motor in Autos. Die ersten Serien Pkws wurden im Februar 1936 auf der Berliner Automobilausstellung vorgestellt.

Heutiger Einsatz des Dieselmotors

In der heutigen Zeit wird der Dieselmotor sehr vielfältig eingesetzt. Ein großer Bereich ist die Schifffahrt. Rund 85 Prozent des Gütertransports wird mit der Kraft des Dieselmotors über See verfrachtet. Diese Leistung wäre ohne Rudolf Diesels Erfindung nicht zu schaffen. Neben der Schifffahrt wird der berühmte Dieselmotor in nahezu allen LKWs in ganz Europa eingebaut.

Auch in der Automobilindustrie ist er mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Viele Pkws werden mit dem selbstzündenden Motor betrieben und in einigen Ländern sind sogar mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Fahrzeuge mit einem Dieselmotor ausgestattet.

Der Motor bringt neben einer langen Laufzeit viele weitere Vorteile, wie zum Beispiel eine extrem ruhige Laufleistung, steuerlich begünstigten Kraftstoff und einen höheren Leistungsgrad im Vergleich zum Ottomotor. Bei der Kfz-Versicherung werden Autos mit Dieselmotor allerdings in der Regel schlechter bewertet als Fahrzeuge, die Benzin nutzen. Dies liegt daran, dass Fahrzeuge mit Dieselmotor durchschnittlich mehr Kilometer pro Jahr zurücklegen und damit auch ein statistisch höheres Unfallrisiko aufweisen.

Vielen Dank an kfz-versicherung.com