Geschichte von Rudolf Diesel

Rudolf Christian Karl Diesel, der Erfinder und Namensgeber des Dieselmotors, wurde als Sohn eines Buchbinders am 18. März 1858 in Paris geboren. Bereits im Alter von neun Jahren besuchte er mit seinen Eltern die Weltausstellung in Paris, auf der man von nichts anderem als den Themen Dampf, Elektrizität und Gas sprach. Der technikinteressierte Diesel verbrachte seine Kindheit bis 1870 in Paris.

Erste Faszination mit Technik

Doch der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871) zwang die Familie das Land zu verlassen. Sie flüchteten nach London. Dort hatte Rudolf Diesel die Gelegenheit, Originale und Modelle der Dampfmaschinen von Watt, Savery, Newcomen, Trevithik sowie den Heißluftmotor von Ericson im bekannten Science Museum zu betrachten.

Diesels Idee

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation seiner Eltern wurde er zu seinem Onkel Christoph Barnickel nach Deutschland geschickt. Dort absolvierte er nach seinem Schulabschluss die Industrieschule und war fest entschlossen, Ingenieur zu werden. Durch seine herausragenden Leistungen erlangte er ein Stipendium an der Technischen Hochschule in München. Im Jahr 1880 absolvierte er sein Maschinenbau-Examen mit der besten Leistung seit Gründung der Einrichtung. Anschließend arbeitete er als Volontär an der Entwicklung von Kälte- und Eismaschinen im Unternehmen von Carl Linde in Paris. Schon ein Jahr später wurde er Direktor.

Während dieser Zeit arbeitete Rudolf Diesel stets an seiner eigenen Idee weiter. Er wollte eine effiziente Verbrennungskraftmaschine entwickeln. Der neue Motor sollte den überaus schlechten Wirkungsgrad der Dampfmaschine ablösen und viel effektiver arbeiten. Bereits im Jahr 1892 war Diesels Idee perfekt ausgearbeitet, so dass er am 27. Februar das Patent auf eine „Neue rationelle Wärmekraftmaschine“ in Berlin anmeldete.

Viele zweifelten an der praktischen Umsetzung dieser Maschine. Dennoch fand er mit seinen Plänen Sponsoren und Unterstützer. Erst nach vielen Fehlschlägen, Schwierigkeiten und mehreren Versuchen gelang ihm aber schließlich die Entwicklung eines Verbrennungsmotors. Im Jahr 1897 konnte er den ersten funktionstüchtigen Motor mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der Firma Krupp erbauen. Der neue Dieselmotor löste die Dampfmaschine schnell ab und verbreitete sich rasch.

Wie starb Rudolf Diesel?

Mit der erfolgreichen Entwicklung, dem Patent und der nach ihm benannten Verbrennungskraftmaschine erlangte Diesel schließlich wirtschaftliche Erfolge und Wohlstand. Dies hielt nicht lange an: Durch jahrelange Patentstreitigkeiten, falsche Spekulationen und diverse Fehlinvestitionen verschlechterte sich nicht nur seine wirtschaftliche Lage, sondern auch sukzessiv sein gesundheitlicher Zustand. Zum Geschäftsmann hatte der erfolgreiche Ingenieur kein Talent. Schließlich verstarb Rudolf Diesel im September 1913 unter ungeklärten Umständen, als er eine Geschäftsreise mit dem Schiff nach London unternahm.